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Kurzantwort: Omnissa Horizon ist meist die bessere Wahl für Unternehmen mit vSphere- oder On-Premises-Investitionen, Linux-Desktops, hybriden beziehungsweise air-gapped Umgebungen und dem Wunsch nach weitreichender Infrastrukturkontrolle. Azure Virtual Desktop (AVD) passt besser zu einer Azure- und Microsoft-365-Standardisierung, Windows-Multi-Session, RemoteApp und elastischer Skalierung in Azure. Eine belastbare Entscheidung hängt von vorhandenen Lizenzen, Workloads, Betriebsverantwortung, Sicherheitsvorgaben und einer eigenen TCO-Rechnung ab.
Die beiden Plattformen im direkten Überblick
| Kriterium | Omnissa Horizon | Azure Virtual Desktop |
|---|---|---|
| Grundmodell | Horizon 8 wird überwiegend vom Kunden betrieben; Horizon Cloud ist ein DaaS-Modell mit cloudgehosteter Control Plane. | Azure-nativer Dienst für Desktop- und Anwendungsvirtualisierung. |
| Bereitstellung | On-Premises, private oder öffentliche Cloud und hybride Szenarien; unter bestimmten Bedingungen auch air-gapped oder in Sovereign Clouds. | Primär in einer Azure-Subscription; zusätzlich dokumentierte Hybrid- und Azure-Local-Varianten für On-Premises-Hosting. |
| Betrieb | Verantwortung reicht je nach Modell von eigener Infrastruktur bis zu Horizon Cloud. | Microsoft betreibt Broker- und Gateway-Dienste; der Kunde verwaltet Subscription, Session Hosts, Images, Netzwerke, Identität, Profile und Anwendungen. |
| Desktops und Apps | Windows- und Linux-VDI sowie veröffentlichte Anwendungen, abhängig von Edition und Plattform. | Windows 10/11 und Windows Server, Single- oder Multi-Session, vollständige Desktops und RemoteApp. |
| Skalierung | Abhängig von Design, Horizon-Edition und zugrunde liegender Infrastruktur. | Native Autoscale-Funktionen für gepoolte Host-Pools und zeitgesteuertes Power Management. |
| Kostenlogik | Edition sowie Perpetual-, Term- oder SaaS-Modell; Infrastruktur- und Betriebskosten kommen hinzu. | Azure-Verbrauchskosten plus berechtigte Nutzerlizenz oder Per-User-Access-Pricing für externe kommerzielle Nutzer. |
Die Tabelle zeigt Tendenzen, keine automatische Preis- oder Leistungsführerschaft. GPU, Teams-Optimierung, Drucker, USB, Profile und Peripherie müssen mit dem konkreten Build und Nutzerprofil geprüft werden.
Architektur und Kontrollmodell
Omnissa Horizon 8 und Horizon Cloud
Horizon 8 konzentriert sich laut Omnissa-Dokumentation auf die Bereitstellung virtueller Desktops und Anwendungen, typischerweise in vSphere-Umgebungen – On-Premises oder in öffentlichen Clouds. Unternehmen planen und betreiben dabei je nach Architektur Broker, Hosts, Images, Netzwerk, Identität und Profile selbst. Horizon Cloud ergänzt dieses Modell um eine als Dienst bereitgestellte Horizon Control Plane.
Die Control Plane kann verbundene Horizon-8-Pods und Horizon-Cloud-Bereitstellungen gemeinsam sichtbar machen. Das erleichtert ein einheitliches Management, beseitigt aber nicht automatisch die Betriebsaufgaben der jeweiligen Infrastruktur.
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Azure Virtual Desktop
Microsoft definiert AVD als Desktop- und Anwendungsvirtualisierungsdienst, der in der Azure-Cloud läuft. Microsoft stellt zentrale Broker- und Gateway-Funktionen bereit. Session-Host-VMs, Images, Netzwerke, Profile, Anwendungen, Entra-Identität und Azure-Ressourcen bleiben jedoch in der Verantwortung des Kunden.
„Horizon auf Azure“ und AVD sind daher nicht dasselbe: Horizon Cloud kann Azure als Kapazitätsanbieter verwenden, während AVD Microsofts eigener Dienst für Host-Pools und Sitzungen ist.
Bereitstellung, Hybridbetrieb und Standortanforderungen
Wann Horizon den Standortvorteil hat
- Vorhandene vSphere-Cluster und etablierte VMware-Betriebsprozesse können weiter genutzt werden.
- Horizon 8 lässt sich On-Premises, in privaten Clouds, in Public Clouds wie VMware Cloud on AWS oder Azure VMware Solution sowie kombiniert betreiben.
- Für regulierte oder isolierte Umgebungen nennt Omnissa air-gapped und Sovereign-Cloud-Szenarien für Horizon 8.
- Horizon Cloud unterstützt dokumentierte Kapazitätsanbieter wie Azure, Amazon WorkSpaces Core und vSphere; Azure kann dabei mit Windows 365 integriert werden.
Wann AVD infrastrukturell einfacher ist
AVD wird in einer Azure-Subscription betrieben und passt damit zu Organisationen, die Netzwerk, Identität, Monitoring und Automatisierung bereits auf Azure ausrichten. Microsoft dokumentiert mit Azure Virtual Desktop Hybrid und Azure Virtual Desktop für Azure Local auch On-Premises-Optionen. Diese Varianten ändern jedoch nichts daran, dass Azure-Kenntnisse und die passenden lokalen Voraussetzungen erforderlich sind.
Für die Auswahl sollten Datenresidenz, Netzwerkpfade zu Nutzern und Anwendungen, vorhandene vSphere- beziehungsweise Azure-Fachkenntnisse und die Abhängigkeit vom jeweiligen Cloud-Control-Plane getrennt bewertet werden.
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Welche Workloads und Nutzererlebnisse werden unterstützt?
Azure Virtual Desktop
- Windows 10, Windows 11 und Windows Server.
- Single-Session für persönliche Arbeitsplätze oder Multi-Session für mehrere Nutzer auf einer VM.
- Gepoolte und persönliche Host-Pools.
- Vollständige Desktops sowie veröffentlichte RemoteApps.
- Zugriff von Windows, macOS, iOS und Android.
Windows-Enterprise-Multi-Session kann die Zahl benötigter VMs reduzieren, wenn Anwendungen, Nutzerprofile und Sitzungsdichte dafür geeignet sind. Die tatsächliche Kapazität muss mit dem eigenen Workload getestet werden.
Omnissa Horizon
Horizon deckt Windows- und Linux-VDI sowie veröffentlichte Anwendungen ab. Gemeinsame Horizon Agents und Clients werden durch Produkte wie App Volumes, Dynamic Environment Manager und Access ergänzt. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt von Horizon-Edition, Zielplattform und eingesetzter Version ab.
Ein Funktionsname allein garantiert keine identische Nutzererfahrung. Für Teams- oder Multimedia-Optimierung, USB- und Druckerumleitung, GPU, Profile und Spezialperipherie ist ein PoC mit repräsentativen Endgeräten notwendig.
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Management, Automatisierung und Skalierung
AVD-Verwaltung
Administratoren steuern AVD über Azure Portal, Azure CLI, PowerShell oder REST. App-Gruppen veröffentlichen Desktops und RemoteApps; Host-Pools werden als gepoolt oder persönlich konfiguriert.
Autoscale kann Session Hosts nach Zeitplan und Nachfrage starten oder herunterfahren. Bei gepoolten Host-Pools können dynamische Skalierungspläne Session Hosts erzeugen oder löschen. Power-Management-Autoscaling ist in Azure und Azure Government verfügbar. Heruntergefahrene VMs senken Compute-Kosten, ersetzen aber keine Kapazitäts-, Lizenz- und Verfügbarkeitsplanung.
Horizon-Betrieb
Mit der Horizon Control Plane erhalten Teams eine gemeinsame Sicht auf verbundene Pods und Horizon-Cloud-Umgebungen. Der Aufwand hängt davon ab, ob das Unternehmen Infrastruktur, Patching, Monitoring und Recovery selbst verantwortet, Horizon Cloud bezieht oder beide Modelle kombiniert.
Vor der Entscheidung sollte eindeutig feststehen, wer Broker, Control Plane, Session Hosts, Images, Profile, Netzwerk, Identität und Endpunkte überwacht und patcht.
Lizenzierung und tatsächliche Gesamtkosten
AVD-Kostenbestandteile
AVD besteht nicht aus einem einzigen Arbeitsplatzpreis. Zu modellieren sind VM-Instanzen, Managed Disks, Netzwerkbandbreite, gemeinsam genutzter Storage, Identitäts- und weitere Azure-Dienste sowie Support und Betrieb.
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Für interne kommerzielle Nutzer nennt Microsoft unter anderem Microsoft 365 E3/E5/A3/A5/F3, Business Premium, Windows Enterprise E3/E5 und Windows VDA pro Nutzer als mögliche Berechtigungen. Externe kommerzielle Nutzer verwenden Per-User-Access-Pricing; dieses wird zusätzlich zu VM-, Storage- und sonstigen Azure-Kosten berechnet.
Horizon-Lizenzmodelle
Bei Horizon richten sich Lizenzanforderungen nach Edition und Bereitstellungsart. Omnissa nennt für bestimmte Horizon-8-On-Premises-Szenarien Perpetual-, Term- und SaaS-Abonnements. Horizon Plus ist abonnementsbasiert und greift auf Horizon Cloud beziehungsweise die Control Plane zu. Dazu kommen Kosten für vSphere oder andere Kapazitätsanbieter, Hardware, Support, Personal, Backup und Notfallwiederherstellung.
Ein belastbares TCO-Modell
- Nutzer- oder Concurrent-Metrik und vorhandene Microsoft- beziehungsweise Horizon-Lizenzen erfassen.
- Compute nach Nutzerprofil, Sitzungsdichte, Spitzenlast und Auslastung kalkulieren.
- Storage, Profile, Images, Backup, DR, Netzwerk und möglichen Egress getrennt ansetzen.
- Personal für Architektur, Betrieb, Patchen, Monitoring, Support und Identität bewerten.
- Migration, Pilot, Schulung und laufende Optimierung über mehrere Jahre einrechnen.
Ohne Region, Nutzerprofil, Auslastung und vorhandenen Lizenzbestand ist weder „AVD ist billiger“ noch „Horizon ist billiger“ seriös.
Sicherheit, Compliance und Datenresidenz
Horizon kann je nach Design vollständig On-Premises, in einer Public Cloud oder hybrid betrieben werden. Das kann für Datenresidenz, isolierte Netze und Sonderanforderungen hilfreich sein.
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AVD nutzt Azure-Identität, Netzwerk- und Verwaltungsdienste. Die konkrete Sicherheits- und Compliance-Lage hängt von Tenant, Region, Entra-Konfiguration, Segmentierung, Conditional Access, Endpoint-Policy, Schlüsselverwaltung, Protokollierung und den verwendeten Azure-Diensten ab.
- Regionale Speicherung und Replikation der Daten prüfen.
- Privilegierte Rollen, Admin-Zugänge und Protokollierung festlegen.
- Netzwerksegmentierung, private Zugänge und Egress kontrollieren.
- Endpoint-Schutz, Richtlinien für nicht verwaltete Geräte und Sitzungsdaten testen.
- Backup, Wiederanlauf und Abhängigkeiten von Control Plane und Identität dokumentieren.
Bestehendes Horizon nach AVD migrieren?
Ein Wechsel lohnt sich nicht automatisch. Prüfen Sie zuerst, ob Azure- und Microsoft-365-Lizenzen bereits vorhanden sind, welche Linux- oder Spezialanwendungen entfallen könnten und ob Multi-Session die Workloads verträgt.
- Benutzergruppen, Anwendungen, Profile, Peripherie und Leistungsanforderungen inventarisieren.
- Ein repräsentatives AVD-Pilotprojekt mit persönlichem und gepooltem Host-Pool aufbauen.
- Authentifizierung, Conditional Access, Netzwerk, Teams, Drucker, USB, GPU und Profile validieren.
- Auslastung, Helpdesk-Aufwand, Azure-Verbrauch und Benutzerakzeptanz messen.
- Erst danach Migrationswellen, Rückfallplan und Abschaltung einzelner Horizon-Pods festlegen.
Ein paralleler Betrieb kann Übergänge erleichtern, erhöht aber vorübergehend Lizenz-, Betriebs- und Integrationsaufwand.
Do these 3 things before closing this tab:
1Scan for outdated or missing drivers - takes under a minute2Repair Windows errors before they cause bigger problems3Fix the driver behind crashes, sound loss and screen glitchesWichtiger Stichtag: AVD Classic ist abgelöst
Azure Virtual Desktop Classic wurde am 30. September 2026 eingestellt. Nach diesem Datum blockiert Microsoft Verbindungen zu Classic-Ressourcen; verbliebene Umgebungen müssen auf Azure-Resource-Manager-basierte Host-Pools migriert sein. Wer heute eine AVD-Architektur plant, sollte ausschließlich das aktuelle ARM-Modell und dessen unterstützte Managementpfade verwenden.
Die von Microsoft dokumentierte AVD-Übersicht wurde am 17. September 2026 aktualisiert; die Lizenzierungsdokumentation mit der Trennung zwischen interner und externer Nutzung am 21. Oktober 2025. Lizenzbedingungen und regionale Verfügbarkeit sollten vor Vertragsabschluss erneut geprüft werden.
Quick Recap
Entscheidungsmatrix für typische Szenarien
| Ausgangslage | Naheliegende Tendenz | Warum |
|---|---|---|
| Große vSphere- oder On-Premises-VDI, hybride oder isolierte Netze | Horizon | Mehr Standortkontrolle und direkte Nutzung bestehender VMware-Prozesse. |
| Microsoft-365- und Azure-Standardisierung | AVD | Native Azure-Integration, Windows-Multi-Session und zentrale Azure-Automatisierung. |
| Linux-Desktops oder Linux-Anwendungen | Horizon | Dokumentierter Horizon-Schwerpunkt; AVD ist primär Windows-orientiert. |
| Viele wechselnde Windows-Nutzer mit planbaren Spitzen | AVD | Gepoolte Host-Pools und Autoscale können Kapazität zeitabhängig anpassen. |
| Maximale Kontrolle über Infrastruktur und Datenpfade | Horizon | On-Premises-, Hybrid-, air-gapped- und Sovereign-Optionen. |
| Minimaler eigener Broker-Betrieb, aber Azure-Expertise vorhanden | AVD | Microsoft übernimmt zentrale Dienstfunktionen; Session Hosts bleiben Kundensache. |
Praktischer Auswahlprozess
- Rahmenbedingungen festlegen: Standort, Datenresidenz, Offline- oder air-gapped-Anforderungen, Identitätsmodell und vorhandene Plattformteams dokumentieren.
- Lizenzen abgleichen: Berechtigte Microsoft-Lizenzen, Horizon-Editionen, Supportverträge und Laufzeiten gegenüberstellen.
- Workloads segmentieren: Büroarbeitsplätze, Entwickler, Linux-Nutzer, GPU-Anwendungen, RemoteApps und Spezialgeräte getrennt betrachten.
- PoC durchführen: Ein repräsentatives Nutzerprofil pro Segment mit realen Anwendungen und Endpunkten testen.
- TCO über mehrere Jahre rechnen: Verbrauch, Personal, Migration, Betrieb, Backup, Netzwerk und Auslastung einbeziehen.
- Betriebsmodell entscheiden: Verantwortlichkeiten für Patching, Monitoring, Incident Response, Identität und Recovery schriftlich festhalten.
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