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Bei Melting Mind aus Lübeck kam es 2024 zu einem Datendiebstahl mit Erpressungsversuch. Der NDR berichtete 2025 außerdem über ein weiteres, separat bekannt gewordenes Datenleck. Die verfügbaren Berichte belegen für den Vorfall von 2024 den Diebstahl und die Erpressung, aber keine Verschlüsselung von Daten oder Systemen. Ihn als technisch bestätigten Ransomware-Angriff zu bezeichnen, wäre daher nicht belegt.

Was ist bei Melting Mind passiert?

Nach einem Bericht des NDR vom 22. April 2025 entwendeten anonyme Täter 2024 eine nicht näher bezifferte Menge sensibler Unternehmensdaten von Servern des Lübecker IT-Systemhauses. Sie drohten damit, die Daten im Darknet zu veröffentlichen, und verlangten laut NDR 50.000 Euro. Das BSI bestätigte dem NDR zufolge den Datendiebstahl.

Der NDR nannte eine fehlerhafte Schutzsoftware als mögliche Einstiegsmöglichkeit. Das Unternehmen habe die Software gefunden und ausgetauscht. Welches Produkt, welche Version oder welche konkrete Schwachstelle betroffen war, wurde nicht angegeben. Ein genauer Zeitpunkt des Angriffs ist ebenfalls nicht öffentlich genannt.

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War es eine Ransomware-Attacke?

Die belegten Angaben beschreiben Datendiebstahl und Erpressung: Die Täter drohten mit der Veröffentlichung gestohlener Daten. Sie belegen nicht, dass Angreifer Dateien oder Systeme verschlüsselten. „Ransomware“ wird häufig für Schadsoftware verwendet, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert; ohne einen Beleg für eine solche Verschlüsselung sollte der Melting-Mind-Vorfall nicht als technisch bestätigter Ransomware-Angriff dargestellt werden.

Die genaue Vorgehensweise bleibt öffentlich ungeklärt. Es gibt keinen veröffentlichten forensischen Abschlussbericht, der den Erstzugang oder den technischen Ablauf im Einzelnen bestätigt.

Wie reagierte Melting Mind auf die Erpressung?

Geschäftsführer Fabian Schmidt nahm laut NDR über Telegram Kontakt zu den Erpressern auf und verhandelte. Er habe damit Zeit gewinnen wollen, um Kunden zu warnen und sie beim Sichern möglicherweise gefährdeter Daten zu unterstützen. Dem Bericht zufolge zahlte er einen kleinen Betrag beziehungsweise eine erste Rate, aber nicht die zweite Rate.

Schmidt sagte dem NDR: „Wir müssen aus dieser Schmuddelecke raus. Das wird jedem in seiner Zeit als Unternehmer passieren und wir müssen da mehr drüber sprechen.“ Das Zitat gibt seine Haltung im NDR-Bericht wieder, nicht das Ergebnis einer unabhängigen forensischen Untersuchung.

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Was ist über das Datenleck von 2025 bekannt?

Der NDR berichtete im April 2025 über ein weiteres Datenleck. Schmidt bestätigte dem Sender, dass personenbezogene Daten betroffen waren; als Beispiel nannte der Bericht Namen. Eine vollständige Liste der betroffenen Daten oder eine Zahl betroffener Personen wurde nicht veröffentlicht.

Nach Schmidts Angaben war die Lücke geschlossen, betroffene Systeme waren abgeschaltet und intensiv überprüft worden. Er habe die zuständige Datenschutzaufsicht innerhalb der relevanten 72 Stunden informiert und betroffene Kunden benachrichtigt. Schmidt verneinte laut NDR einen Zusammenhang zwischen diesem Leck und dem Datendiebstahl von 2024. Die beiden Vorgänge sind deshalb getrennt zu betrachten.

Welche Kundendaten wurden gestohlen?

Für den Datendiebstahl von 2024 nennen die verfügbaren Berichte weder die genaue Zahl der entwendeten Datensätze noch deren vollständige Datenkategorien. Für das separat berichtete Leck von 2025 ist „Namen“ ein genanntes Beispiel, aber keine vollständige Datenliste. Weitergehende Aussagen darüber, welche einzelnen Kunden oder Informationen betroffen waren, lassen sich aus den veröffentlichten Angaben nicht ableiten.

Was können Unternehmen aus dem Fall mitnehmen?

Das BSI empfiehlt Unternehmen, bei einem IT-Sicherheitsvorfall Zuständigkeiten festzulegen, eine Krisenorganisation einzurichten, gesicherte Fakten zu sammeln und Kommunikation sowie mögliche Benachrichtigungs- und Meldepflichten zu prüfen. Ob eine Datenschutzverletzung der Aufsichtsbehörde gemeldet werden muss, hängt vom konkreten Sachverhalt ab; die im NDR-Bericht genannten 72 Stunden sind keine pauschale Frist für jede Datenpanne. Siehe die BSI-Hinweise zum Vorgehen bei IT-Sicherheitsvorfällen.

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Backups und Wiederherstellung vorbereiten

Das BSI rät zu regelmäßigen Sicherheitskopien. Für die Planung zählen nicht nur Kopien, sondern auch deren Trennung vom produktiven Netzwerk, der Schutz vor unbefugtem Zugriff, der abgedeckte Systemumfang und regelmäßige Wiederherstellungstests. Eine externe Festplatte für Offline-Backups kann eine getrennt aufbewahrte Kopie ermöglichen, muss nach dem Backup aber vom System getrennt werden. Ein einzelnes Medium ersetzt keine umfassende Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie.

Das BSI weist außerdem darauf hin, dass eine Lösegeldzahlung keine Garantie dafür ist, verschlüsselte Daten oder Systeme zurückzubekommen. Bei einem tatsächlichen Sicherheitsvorfall empfiehlt es Betroffenen, unverzüglich Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Das BSI bietet Unterstützung bei der Einschätzung und Bewältigung von Vorfällen; spezielle forensische Analyseangebote stehen laut BSI insbesondere der Bundesverwaltung und kritischen Infrastrukturen offen, nicht automatisch jedem Betrieb. Weitere Angaben finden sich bei den BSI-Angeboten zur Unterstützung bei IT-Sicherheitsvorfällen.

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Was ist über Melting Mind bekannt?

Melting Mind gibt an, 1999 als IT-Systemhaus in Lübeck gegründet worden zu sein und unter anderem kleine und mittlere Unternehmen, Schulen und Gemeinden zu betreuen. Die Unternehmensdarstellung von Melting Mind liefert diesen Hintergrund, belegt aber keine technischen Einzelheiten zu den Vorfällen.

Als zeitlicher Kontext: Die IHK Schleswig-Holstein veranstaltete am 17. Oktober 2024 ein kostenloses Webinar mit Schmidt zu Phishing, Malware, Ransomware sowie zur Reaktion und Kommunikation nach einem Angriff. Das ist kein Beleg für konkrete Schutzmaßnahmen oder Abläufe im später berichteten Fall. Siehe die Ankündigung des IHK-Webinars.

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Auch die im NDR-Bericht genannte Zahl von 3.789 Cybercrime-Fällen in Schleswig-Holstein im Jahr 2024 ist eine landesweite Statistik, kein Maß für den Schaden oder die Zahl Betroffener bei Melting Mind. Der NDR ordnete sie als rund 500 Fälle mehr als im Vorjahr ein. Der Kieler Kriminalhauptkommissar Henning Dibbern sagte dem Sender: „Einen hundertprozentigen Schutz in der Cyberwelt gibt es nicht. Es wird immer neue Lücken geben, die Kriminelle erkennen, zum Beispiel bei externer Software. Und diese Lücken gilt es dann zu schließen.“

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