Special offer. See more information about Outbyte and uninstall instructions. Please review EULA and Privacy policy.

iTechGuides is reader-supported. When you buy through links on our site, we may earn an affiliate commission. As an Amazon Associate I earn from qualifying purchases. Learn more

Das BSI empfiehlt einen gestaffelten Übergang: Höchstsensitive Anwendungen sollen bis Ende 2030 keine alleinige klassische asymmetrische Verschlüsselung mehr verwenden, für andere Anwendungen gilt Ende 2031 als Ziel. Klassische Signaturen sollen bis Ende 2035 nicht mehr allein eingesetzt werden. Gemeint ist kein sofortiges Ende von RSA oder ECC, sondern der Wechsel zu hybriden Verfahren, die klassische und Post-Quanten-Kryptografie (PQC) kombinieren.

Was die BSI-Ziele konkret bedeuten

Die Termine beziehen sich auf die alleinige Verwendung klassischer asymmetrischer Verfahren. Dazu zählen etwa RSA und elliptische Kurvenkryptografie (ECC). Die Zielrichtung ist, diese Verfahren für den jeweiligen Zweck nicht länger als einzigen kryptografischen Schutz einzusetzen, sondern sie mit PQC zu kombinieren.

Termin Ziel Wen es zuerst betrifft
Ende 2030 Alleinige klassische asymmetrische Verschlüsselung beenden Höchstsensitive Anwendungen
Ende 2031 Alleinige klassische asymmetrische Verschlüsselung allgemein beenden Übrige Anwendungen
Ende 2035 Klassische Signaturverfahren nicht mehr allein einsetzen Anwendungen, die digitale Signaturen nutzen

Das sind Zieltermine für die Umstellung, keine Behauptung, dass Systeme an diesen Tagen automatisch abgeschaltet werden. Eine technische Richtlinie ist zudem nicht mit einem pauschalen gesetzlichen Verbot jedes klassischen Verfahrens gleichzusetzen. Für konkrete Pflichten kommt es auf den jeweiligen Anwendungsbereich und geltende Vorgaben an.

Special offer. See more information about Outbyte and uninstall instructions. Please review EULA and Privacy policy.

Warum RSA und ECC langfristig betroffen sind

RSA und ECC beruhen auf mathematischen Problemen, die ein ausreichend leistungsfähiger, kryptografisch relevanter Quantencomputer grundsätzlich anders angreifen könnte als heutige Rechner. Das BSI nennt den Beginn der 2030er-Jahre als Richtwert für die Risikobewertung, nicht als Prognose, dass ein solcher Rechner dann tatsächlich verfügbar sein wird.

Das Risiko entsteht nicht erst an dem Tag, an dem ein Quantencomputer eingesetzt werden kann. Angreifer könnten verschlüsselte Kommunikation heute speichern und später versuchen, sie zu entschlüsseln. Dieses Szenario wird als „store now, decrypt later“ bezeichnet. Es ist besonders relevant für Informationen, die auch nach 2030 vertraulich bleiben müssen.

Was hybride Verschlüsselung und PQC bedeuten

Post-Quanten-Kryptografie umfasst kryptografische Verfahren, die so entwickelt wurden, dass sie auch Angriffen mit Quantencomputern standhalten sollen. Für den Austausch beziehungsweise die Vereinbarung von Schlüsseln kommen andere Verfahren zum Einsatz als für digitale Signaturen.

Bei einem hybriden Verfahren werden ein klassisches und ein Post-Quanten-Verfahren parallel eingesetzt. So bleibt ein etabliertes Verfahren als zusätzliche Sicherheitskomponente erhalten, während das neue Verfahren eingeführt und praktisch erprobt wird. Die Kombination mindert Übergangsrisiken, beseitigt aber nicht die Notwendigkeit, Implementierungen, Protokolle und Interoperabilität sorgfältig zu prüfen.

Special offer. See more information about Outbyte and uninstall instructions. Please review EULA and Privacy policy.

Der BSI-Leitfaden nennt unter anderem FrodoKEM und Classic McEliece sowie die hashbasierten Signaturverfahren LMS und XMSS als früh berücksichtigte PQC-Verfahren. Diese Nennung allein ist keine pauschale Empfehlung, eines davon für jedes System auszuwählen. Die geeignete Wahl hängt unter anderem vom Einsatzgebiet und den Anforderungen des Systems ab.

Welche Systeme und Protokolle in den Blick gehören

Die Technische Richtlinie TR-02102 behandelt allgemeine kryptografische Verfahren ebenso wie konkrete Protokolle. Deshalb betrifft die Umstellung nicht nur einzelne Algorithmen, sondern kann auch Netzwerkverbindungen, Geräte und Vertrauensinfrastrukturen berühren.

  • Allgemeine Kryptografie: TR-02102-1 behandelt Verfahren, Sicherheitsbewertungen und Schlüssellängen. Auf der BSI-Seite ist Version 2025-01 dokumentiert.
  • TLS: TR-02102-2 behandelt TLS für sichere Datenübertragung und den Schutz von Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität.
  • IPsec und IKEv2: TR-02102-3 umfasst diese Protokolle; IKEv2 wird für Neuentwicklungen grundsätzlich empfohlen.
  • SSH: TR-02102-4 behandelt SSH-Implementierungen sowie zugehörige Protokoll- und Algorithmusempfehlungen.

In der Praxis sollten Organisationen deshalb Zertifikate, Schlüssel, Bibliotheken, Protokollkonfigurationen und Abhängigkeiten in Anwendungen, Netzwerken und Public Key Infrastructure (PKI) erfassen. Auch VPN-Verbindungen, Serverzugänge, Firmware, Hardware-Sicherheitsmodule (HSMs) und externe Zertifizierungsdienste können Teil dieser Bestandsaufnahme sein.

Was Organisationen jetzt tun können

  1. Erstellen Sie ein Kryptografie-Inventar. Erfassen Sie eingesetzte Algorithmen, Schlüssel und Zertifikate sowie Bibliotheken, Protokolle und die Systeme, die davon abhängen.
  2. Bewerten Sie die Vertraulichkeitsdauer. Markieren Sie Daten, die über 2030 hinaus geheim bleiben müssen. Eine lange erforderliche Schutzdauer erhöht die Dringlichkeit, weil abgefangene Daten später angegriffen werden könnten.
  3. Priorisieren Sie nach Schutzbedarf. Beginnen Sie mit höchstsensitiven Anwendungen, für die Ende 2030 das frühere Ziel gilt. Berücksichtigen Sie dabei auch Systeme mit langen Austausch- oder Zertifizierungszyklen.
  4. Prüfen Sie hybride Pilotierungen. Untersuchen Sie TLS-, IKEv2-, SSH- und PKI-Komponenten auf PQC-Unterstützung, Kompatibilität und Interoperabilität, bevor Sie Verfahren breit ausrollen.
  5. Planen Sie Kryptoagilität ein. Architektur und Betriebsprozesse sollten Algorithmus-, Schlüssel- und Zertifikatswechsel ermöglichen, ohne dass dafür jedes Mal das gesamte System ersetzt werden muss.
  6. Klären Sie Upgradepfade mit Lieferanten. Fragen Sie bei langlebigen Geräten, Firmware, HSMs und Zertifizierungsdiensten, welche Aktualisierungen vorgesehen sind und wie lange die Produkte unterstützt werden.

Ist Quantum Key Distribution dasselbe wie PQC?

Nein. Quantum Key Distribution (QKD) ist eine physikalische Technik zur Schlüsselverteilung; PQC besteht aus kryptografischen Algorithmen, die auf herkömmlicher Hardware eingesetzt werden können. Das BSI hält QKD wegen technologischer Einschränkungen derzeit nur für sehr spezielle Anwendungen für geeignet und stellt PQC für die allgemeine Migration in den Vordergrund.

Special offer. See more information about Outbyte and uninstall instructions. Please review EULA and Privacy policy.
Independent reader supportYour contribution helps us test, update, and keep practical guides available for everyone.Support on Ko-Fi

Was die Fristen nicht aussagen

Die Termine bedeuten nicht, dass jede Verschlüsselung abgeschafft wird. Sie richten sich auf alleinige klassische asymmetrische Verfahren und alleinige klassische Signaturen. Die Vorgaben sagen für sich genommen auch nicht, dass jede Organisation heute dasselbe Verfahren auswählen oder alle Systeme gleichzeitig umstellen muss. Entscheidend für die Planung sind Schutzbedarf, Datenlebensdauer, technische Abhängigkeiten und die Zeit, die für Aktualisierungen benötigt wird.

Product prices and availability are accurate as of the date/time indicated and are subject to change. Any price and availability information displayed on Amazon at the time of purchase will apply.