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Ändern Sie GRUB über die Eingabedateien und Werkzeuge Ihrer Distribution und erzeugen Sie anschließend die Konfiguration mit dem passenden Befehl am richtigen Zielpfad neu. Bearbeiten Sie nicht einfach die generierte grub.cfg: Sie wird beim nächsten Generieren überschrieben. Die Details unterscheiden sich zwischen Distributionen und können sich auch zwischen BIOS- und UEFI-Systemen unterscheiden.
Vor Änderungen: Distribution und Startmodus feststellen
GRUB 2 lädt den Linux-Kernel und übergibt ihm anschließend die Kontrolle. Bevor Sie die Konfiguration ändern, ermitteln Sie Ihre Distribution, ihre Version und ob das System per BIOS oder UEFI startet. Fedora dokumentiert test -d /sys/firmware/efi als einfache UEFI-Erkennung: Ist das Verzeichnis vorhanden, wurde das System im UEFI-Modus gestartet. Übertragen Sie Fedora-Reparaturbefehle und Pfade nicht ungeprüft auf andere Distributionen.
Sichern Sie die Dateien, die Sie ändern wollen, und stellen Sie sicher, dass Sie bei einem Startproblem auf ein Rettungssystem zugreifen können. Legen Sie sich außerdem fest, welche einzelne Änderung Sie vornehmen möchten. Mehrere Änderungen gleichzeitig erschweren die Fehlersuche.
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GRUB-Eingabedateien und Generator
Bei vielen GRUB-2-Installationen steuert /etc/default/grub das Verhalten des Konfigurationsgenerators. Die Datei wird als POSIX-Shell-Eingabe ausgewertet; achten Sie deshalb auf gültige Shell-Syntax und korrekt gesetzte Anführungszeichen, besonders bei Leerzeichen oder Sonderzeichen. Eigene Menüeinträge gehören häufig nach /etc/grub.d/40_custom oder /boot/grub/custom.cfg. Die von GRUB verwendete, generierte Datei ist dagegen keine dauerhafte Bearbeitungsquelle.
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Distributionsspezifische Wege
Der Generator und sein Ausgabepfad hängen von der Distribution ab. Debian dokumentiert grub-mkconfig mit der Option -o beziehungsweise --output; die passende Zieldatei muss für die konkrete Installation ermittelt werden. Fedora dokumentiert grub2-mkconfig und eigene Zielpfade. Bei Fedora 34 und neuer ist /boot/efi/EFI/fedora/grub.cfg laut Fedora-Wiki ein Weiterleitungsstub, der zu /boot/grub2/grub.cfg führt. Schreiben Sie die Konfiguration dort nicht wie bei älteren Fedora-Versionen direkt neu.
| Weg | Typischer Einsatz | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|
| Eingabedatei plus Generator | GRUB-Einstellungen ändern und anschließend die Konfiguration der Distribution neu generieren. | Befehl und Ausgabepfad unterscheiden sich nach Distribution und Installation; Debian dokumentiert grub-mkconfig -o FILE, Fedora grub2-mkconfig. |
| Distributionswerkzeug | Auf Fedora routinemäßige Änderungen von Kernelparametern und die Wahl des Standardkernels mit grubby. |
Die dokumentierte Empfehlung bezieht sich auf Fedora. Prüfen Sie, welche bestehenden oder künftigen Einträge das konkrete Kommando betrifft. |
Standardstart, Menüanzeige und Wartezeit ändern
Die Standardauswahl und die sichtbare Wartezeit sind separate Einstellungen. Das GNU GRUB Manual 2.14 nennt fünf Sekunden als Standardwert für GRUB_TIMEOUT; Distributionen können davon abweichende Vorgaben verwenden.
| Gewünschtes Verhalten | Einstellung | Wirkung und Abwägung |
|---|---|---|
| Standardmenüeintrag wählen | GRUB_DEFAULT |
Kann eine nullbasierte Nummer, einen Eintragstitel oder saved verwenden. Bei saved hängt die gespeicherte Auswahl von der GRUB-Umgebung ab. |
| Wartezeit ändern | GRUB_TIMEOUT |
0 startet sofort; -1 wartet unbegrenzt. Eine kürzere Zeit beschleunigt die Auswahl, lässt aber weniger Gelegenheit, einen anderen Eintrag zu wählen. |
| Menü zunächst verbergen | GRUB_TIMEOUT_STYLE=hidden oder countdown |
Legt fest, ob das Menü direkt erscheint oder zunächst verborgen bleibt beziehungsweise ein Countdown angezeigt wird. Der Aufruf des Menüs über eine Taste kann je nach Firmware und Distribution variieren. |
| Recovery-Einträge unterdrücken | GRUB_DISABLE_RECOVERY=true |
Entfernt eine mögliche Wiederherstellungsoption. GRUB erzeugt standardmäßig Recovery-Einträge, sofern diese Funktion nicht deaktiviert wird. |
Ändern Sie nur die betreffende Variable in der Eingabedatei. Menüeinträge und gespeicherte Auswahl können sich zwischen Installationen unterscheiden; verlassen Sie sich daher nicht auf eine Nummer, ohne die Reihenfolge des eigenen Menüs zu kennen.
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Kernelparameter und Standardkernel anpassen
Kernelparameter werden GRUB-seitig in der Linux-Kernelzeile übergeben. Auf Fedora empfiehlt die Projektdokumentation grubby für routinemäßige Änderungen: Das Werkzeug kann Parameter zu einem einzelnen oder zu allen Kernel-Einträgen hinzufügen oder entfernen und einen Standardkernel auswählen. Prüfen Sie vor dem Ausführen, ob die Änderung nur bestehende Einträge oder auch künftig erzeugte Einträge betreffen soll. Für andere Distributionen gilt deren dokumentierter Weg; Fedora-Befehle sind nicht automatisch portabel.
Wenn Sie stattdessen eine GRUB-Einstellung wie GRUB_CMDLINE_LINUX ändern, muss die Shell-Zeile in /etc/default/grub syntaktisch korrekt bleiben. Die passende Variable und das Vorgehen richten sich nach Ihrer Distribution. Danach ist die Konfiguration mit deren Generator neu zu erstellen.
Theme, Grafikmodus und eigene Menüeinträge
Darstellung
Für Darstellung und Hintergrund bietet GRUB unter anderem GRUB_THEME, GRUB_BACKGROUND und GRUB_GFXMODE. Grafikmodi hängen von der Hardware ab und können schon bei der frühen Anzeige Probleme verursachen. Ändern Sie nach Möglichkeit nur eine dieser Einstellungen auf einmal und behalten Sie einen Weg zurück zu einer funktionierenden Konfiguration.
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Eigene Einträge
Eigene Menüeinträge werden häufig in /etc/grub.d/40_custom oder /boot/grub/custom.cfg gepflegt. Bearbeiten Sie nicht die generierte Datei als dauerhafte Quelle: Der Generator kann manuelle Änderungen dort überschreiben. Prüfen Sie bei einem benutzerdefinierten Eintrag besonders, ob Verweise auf Kernel, initramfs und Partitionen zur konkreten Installation passen.
Weitere Betriebssysteme automatisch erkennen
Das Werkzeug os-prober kann andere installierte Betriebssysteme erkennen und GRUB-Menüeinträge dafür erzeugen. Laut GNU-Dokumentation ist diese automatische Erkennung standardmäßig deaktiviert, weil ein stiller automatischer Aufruf einen potenziellen Angriffsweg darstellen kann. Aktivieren Sie sie nur, wenn Sie die Mehrfachboot-Erkennung benötigen und diese Abwägung akzeptieren. Ob und wie sie aktiviert wird, hängt von der GRUB-Konfiguration Ihrer Distribution ab.
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Konfiguration neu erzeugen und Änderung prüfen
- Distribution und Ziel feststellen: Prüfen Sie Distribution, Version, Firmwaremodus und den von ihr dokumentierten Ausgabepfad. Übernehmen Sie nicht einfach ein Ziel aus einer Anleitung für ein anderes System.
- Änderung vornehmen: Bearbeiten Sie nur die vorgesehene Eingabedatei oder verwenden Sie das passende Distributionswerkzeug. Achten Sie bei
/etc/default/grubauf gültige Shell-Syntax. - Generator passend zur Distribution ausführen: Debian dokumentiert
grub-mkconfig -o FILE; Fedora verwendetgrub2-mkconfigmit einem distributionsspezifischen Ziel. Ersetzen SieFILEnicht durch einen geratenen Pfad, sondern verwenden Sie den für Ihre Installation dokumentierten Ausgabepfad. - Neustarten und kontrollieren: Prüfen Sie, ob Menü, Standardauswahl oder Kerneloption wie gewünscht wirken. Stellen Sie sicher, dass benötigte ältere oder Recovery-Einträge weiterhin erreichbar sind.
Wenn GRUB nach der Änderung nicht normal startet
Wenn statt des gewohnten Menüs nur eine GRUB-Eingabeaufforderung erscheint oder Linux nicht startet, nehmen Sie keine weiteren Änderungen auf Verdacht vor. Nutzen Sie eine zuvor gesicherte Konfiguration oder starten Sie ein passendes Rettungssystem und stellen Sie die Dateien anhand der Anweisungen Ihrer Distribution wieder her. Ein GRUB-Reparaturweg ist nicht universell: Fedora unterscheidet ausdrücklich zwischen BIOS und UEFI und warnt davor, grub2-install auf UEFI-Systemen zu verwenden. Die Fedora-Wiki-Anleitung beschreibt den Zugang zum Rettungsmodus über Fedora-Installationsmedien; ihre Schritte gelten nicht automatisch für andere Distributionen. Prüfen Sie bei Fedora zusätzlich, ob Sie den richtigen Konfigurationspfad verwenden, insbesondere bei Fedora 34 und neuer.
Quellen und Geltungsbereich
- GNU GRUB Manual 2.14: allgemeine Optionen, Timeout, Recovery-Einträge und Mehrfachboot-Erkennung.
- Debian Testing: grub-mkconfig-Manpage: Generator und Ausgabeoption.
- Fedora Project Wiki: GRUB 2: Fedora-spezifische Konfigurationspfade,
grubbyund Reparaturhinweise.
Die Debian-Manpage bezieht sich auf Testing; die Fedora-Wiki-Seite ist community-gepflegt und kann sich mit Releases ändern. Für allgemeine GRUB-Optionen ist das GNU-Handbuch die maßgebliche Referenz, während der konkrete Generator und Zielpfad stets von Ihrer Distribution und Installation abhängen.
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